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Marinechronometer








WEMPE Chronometerwerke
Marinechronometer mit
Transportkasten

Bestellnummer:

  PTW 1766


Datiert:

  1940er


Gehäuse:


zweiteiliges Mahagonigehäuse mit Glasscheibe im Deckel. Uhrtrommel und deren kardanische Aufhängung aus schwarzem Bakelit.


Zifferblatt:


originales versilbertes Zifferblatt mit schwarzen arabischen Ziffern. Hilfszifferblatt für die Sekunde bei 6 Uhr Position. Gangreserveanzeige für 56 Stunden unterhalb der "12".


Ausstattung:


Ankerhemmung


Beschreibung:


Der Chronometer kommt mit einer Reparaturbescheinigung der See-Berufsgenossenschaft aus dem Jahre 1969.
Ferner ist auch der ebenfalls signierte Überkasten des Chronometers erhalten geblieben. Dieser diente als Schutz für die Uhr, wurde im Schiff verschraubt und nahm den Chronometer auf.
Die Deckelfront ist versehen mit einer Plakette; sie trägt folgende Aufschrift: "Gerh. D. WEMPE Hamburg Abt. Chronometerwerke No. 3304"

EINE KURZE EINFÜHRUNG ZUM LONGITUDINALPROBLEM
Das große Problem der reisenden Menschheit, sei es zu Lande, zu Wasser oder in der Luft, bestand immer in der exakten Positionsbestimmung auf der Erdoberfläche. Die Schifffahrt vergangener Jahrhunderte hatte mit der Unzulänglichkeit zu kämpfen, dass, wenn sich die Seefahrer aus dem Sichtbereich der Küste entfernten, sie sich durch unzureichende Navigationsmöglichkeiten mit Schätzungen und Zufallsergebnissen zufrieden stellen mussten. Man konnte mit guten Astronomiekenntnissen in etwa die geographische Breite errechnen, die geographische Länge in Bezug auf einen Festpunkt der Erdoberfläche zu bestimmen, war ohne die noch fehlenden Instrumente nicht möglich. Auch die wenigen vorhandenen Land- und Seekarten waren nicht geeignet, größere Navigationsprobleme zu beseitigen. Dadurch hatten orientierungslose Schiffe nur die Möglichkeit ost- oder westwärts der Zielbreiten zu segeln, um den gesuchten Punkt zu finden. Es wurde darum schon bald klar, daß eine Lösung für das Longitudinalproblem gefunden werden musste.
Bereits im Jahre 1589 setzte König Philipp III. von Spanien eine lebenslängliche Pension für denjenigen aus, der eine praktische Lösung finden würde. 1610 folgten die Generalstaaten der Niederlande mit einer Prämie von 100.000 Gulden und 1716 auch die französische Regierung mit einer Prämie von 100.000 Livres für den Erfinder einer brauchbaren Longitudinalbestimmung. Das englische Parlament unter Königin Anne versprach ebenfalls Prämien in Höhe von zehn- bis zwanzigtausend Pfund für die Einhaltung bestimmter Genauigkeiten zur See (Act of Queen Anne). Es wurden von verschiedenen Ländern Vorschläge und Berechnungen zu diesem Preisausschreiben vorgetragen. Bis weit in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein konnten jedoch keine gravierenden Erfolge erzielt werden.
Die Anforderung, mechanische Räderuhren herzustellen, die auch auf See mit hinreichender Genauigkeit die Zeit anzugeben in der Lage waren, erfüllte erstmals John Harrison Mitte des 18. Jahrhunderts mit seinem berühmten H-4 Chronometer. Nach langem Disput mit der englischen Regierung erhielt John Harrison in Juni 1773 die volle Prämie zugesprochen. Ab diesem Zeitpunkt wurden nach und nach alle Schiffe mit Chronometern ausgestattet, da nun eine hinreichend genaue Möglichkeit Zeitbestimmung auf See und damit der Longitudinalbestimmung gegeben war. Dies funktionierte so:
Der Kapitän bestimmt aus einer Sonnenmittagsfeststellung die Sonnenzeit seines aktuellen Standorts. Die Lokalzeit des Ausgangshafens wird durch den Bord-Schiffschronometer angezeigt. Die genaue Lage auf Längen- und Breitengrad des Ausgangshafens ist ebenfalls bekannt. Nun kann aus der Differenz der aktuellen Sonnenzeit und der angezeigten Zeit des Schiffschronometers der Längenunterschied berechnet werden, da eine Stunde Ortszeit-Unterschied eine Längendifferenz von 15°, bzw. einer Zeitminute 15 Bogenminuten entsprechen. 


Größe:


H ca. 18 cm
Tiefe 18,5 cm
B 18,5 cm


Zustand:


sehr gut; Originalzifferblatt


Interne Nummer:


11611


Preis:


SOLD




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