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Marinechronometer










Simon VISSIÈRE au Hâvre
Schiffschronometer
ca. 1870

Bestellnummer:

  PTW 1767


Datiert:

  ca. 1870


Gehäuse:


Massives dreiteiliges Holzgehäuse mit Messingtragegriffen. Die Uhrtrommel ist kardanisch im Holzkasten aufgehängt.


Zifferblatt:


Originales weißes Emailzifferblatt mit schwarzen arabischen und römischen Ziffern, mit einem großen Minutenkranz am äußeren Zifferblattrand und drei Hilfszifferblättern für die Stunden bei 9 Uhr Position (Römisch), die Sekunden bei 3 Uhr Position und schließlich für die Gangreserveanzeige für 49 Stunden bei 6 Uhr Position.
 


Beschreibung:


Simon Vissière wurde 1822 in Paris geboren und starb 1887 in Cannets. Er war ein Schüler von Winnerl und widmete seine Studien schwerpunktmäßig dem Einfluß des Magnetismus auf Zeitmesser.
Im Jahre 1867 läßt er sich in Havre nieder wo er bei sich ein kleines Observatorium errichtete. Im Jahre 1867 erhielt er ein Patent für eine Chronometerunruh.

EINE KURZE EINFÜHRUNG ZUM LONGITUDINALPROBLEM
Das große Problem der reisenden Menschheit, sei es zu Lande, zu Wasser oder in der Luft, bestand immer in der exakten Positionsbestimmung auf der Erdoberfläche. Die Schifffahrt vergangener Jahrhunderte hatte mit der Unzulänglichkeit zu kämpfen, dass, wenn sich die Seefahrer aus dem Sichtbereich der Küste entfernten, sie sich durch unzureichende Navigationsmöglichkeiten mit Schätzungen und Zufallsergebnissen zufrieden stellen mussten. Man konnte mit guten Astronomiekenntnissen in etwa die geographische Breite errechnen, die geographische Länge in Bezug auf einen Festpunkt der Erdoberfläche zu bestimmen, war ohne die noch fehlenden Instrumente nicht möglich. Auch die wenigen vorhandenen Land- und Seekarten waren nicht geeignet, größere Navigationsprobleme zu beseitigen. Dadurch hatten orientierungslose Schiffe nur die Möglichkeit ost- oder westwärts der Zielbreiten zu segeln, um den gesuchten Punkt zu finden. Es wurde darum schon bald klar, daß eine Lösung für das Longitudinalproblem gefunden werden musste.
Bereits im Jahre 1589 setzte König Philipp III. von Spanien eine lebenslängliche Pension für denjenigen aus, der eine praktische Lösung finden würde. 1610 folgten die Generalstaaten der Niederlande mit einer Prämie von 100.000 Gulden und 1716 auch die französische Regierung mit einer Prämie von 100.000 Livres für den Erfinder einer brauchbaren Longitudinalbestimmung. Das englische Parlament unter Königin Anne versprach ebenfalls Prämien in Höhe von zehn- bis zwanzigtausend Pfund für die Einhaltung bestimmter Genauigkeiten zur See (Act of Queen Anne). Es wurden von verschiedenen Ländern Vorschläge und Berechnungen zu diesem Preisausschreiben vorgetragen. Bis weit in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein konnten jedoch keine gravierenden Erfolge erzielt werden.
Die Anforderung, mechanische Räderuhren herzustellen, die auch auf See mit hinreichender Genauigkeit die Zeit anzugeben in der Lage waren, erfüllte erstmals John Harrison Mitte des 18. Jahrhunderts mit seinem berühmten H-4 Chronometer. Nach langem Disput mit der englischen Regierung erhielt John Harrison in Juni 1773 die volle Prämie zugesprochen. Ab diesem Zeitpunkt wurden nach und nach alle Schiffe mit Chronometern ausgestattet, da nun eine hinreichend genaue Möglichkeit Zeitbestimmung auf See und damit der Longitudinalbestimmung gegeben war. Dies funktionierte so:
Der Kapitän bestimmt aus einer Sonnenmittagsfeststellung die Sonnenzeit seines aktuellen Standorts. Die Lokalzeit des Ausgangshafens wird durch den Bord-Schiffschronometer angezeigt. Die genaue Lage auf Längen- und Breitengrad des Ausgangshafens ist ebenfalls bekannt. Nun kann aus der Differenz der aktuellen Sonnenzeit und der angezeigten Zeit des Schiffschronometers der Längenunterschied berechnet werden, da eine Stunde Ortszeit-Unterschied eine Längendifferenz von 15°, bzw. einer Zeitminute 15 Bogenminuten entsprechen.  


Größe:


H ca. 17 cm
T ca. 16 cm
B ca. 16 cm


Zustand:


ausgezeichnet; Originalzifferblatt mit wenigen Haarrissen.


Interne Nummer:


90660


Preis:


Preis auf Anfrage




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